Was ist mit Max passiert? Fünf Freund*innen begeben sich auf Spurensuche und landen im Game HERKULES.EXE — einem Spiel, das ihre heimlichen Wünsche kennt und ihre Ängste spürt. Ein Kinderstück ab 10 Jahren am Westfälischen Landestheater, entstanden aus Gesprächen mit über 100 Jugendlichen: Fast alles auf der Bühne — jedes Bild, jede Animation, jeder Sound und auch der Text — ist von einer KI erzeugt.
Die Inszenierung
Kinderstück für alle ab 10 Jahren, ab 5. Klasse — eine Produktion von ArtesMobiles am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel. Premiere: 19.04.2026 · Stückdauer: 80 Minuten.
Was ist mit Max passiert? Früher war er einer von uns, jetzt ist er weg. Er ist immer mehr abgetaucht: Schule schwänzen, Treffen absagen, nur noch zocken. Fünf Freund*innen begeben sich auf Spurensuche und landen bei einem Game: HERKULES.EXE. Das Game wirkt zuerst wie ein cooler Zeitvertreib: krasse Level, heldenhafte Aufgaben. Doch HERKULES.EXE liest mehr als Highscores, es kennt ihre heimlichen Wünsche und spürt ihre Ängste. Level für Level verschwimmt die Grenze zwischen Spiel und Realität. Schlaf? Weg. Freund*innen außerhalb? Scheinen plötzlich nicht mehr so wichtig. Nur eines kann die Clique retten: ihre Freundschaft. Aber reicht Vertrauen gegen eine Welt, die dich fesselt?
Dieses Stück wurde nicht einfach ausgedacht, es ist aus echten Stimmen gewachsen. Mehr als 100 Jugendliche haben mit uns gesprochen: über Held*innen, Games, Songs und Social Media. Ihre Erfahrungen, Wörter und Ängste sind in die Figuren und Szenen eingeflossen. Die Dialoge, die Konflikte, die kleinen Ausreden und großen Entscheidungen sind von Jugendlichen erzählt und für Jugendliche gedacht.
In HERKULES.EXE ist fast alles, was auf der Bühne sichtbar und hörbar ist, von einer KI erzeugt, jedes Bild, jede Animation, jeder Sound und auch der Text. Aber HERKULES.EXE ist nicht nur das Spiel im Stück, es ist auch ein von uns programmiertes Infrastruktursystem, mit dem wir alles produziert haben. Der Einsatz von KI in der Kunst ist umstritten und das aus guten Gründen. KI-Modelle werden mit Millionen von Bildern trainiert, oft ohne die Künstler*innen zu fragen, deren Werke dafür benutzt wurden. Gleichzeitig haben Künstler*innen schon immer mit neuen Technologien experimentiert: mit Fotografie, als die noch als Betrug galt, mit Video, mit Synthesizern, mit dem Internet.
Für ArtesMobiles ist jede neue Technologie vor allem eins: ein Material, das sie noch nicht kennen und das sie zwingt, anders zu denken als gestern. Für sie ist Technologie auf der Bühne kein Effekt, sondern ein*e Mitspieler*in, der / die mitdenkt, mitspielt und jede Vorstellung einzigartig macht.
Team
Konzept: ArtesMobiles — Nina Maria Stemberger, Birk Schmithüsen | Performance: Jamila Boukhers, David Kiefer, Nele Reins, Alexander Maria Wolff, Christian Zell | Bühnenregie, Ausstattung: Nina Maria Stemberger | Audiovisuelle Regie, Sounddesign: Birk Schmithüsen | Creative Coding: Meredith Thomas | Theaterpädagogik, Interviews: Michi Cordes | Regieassistenz, Abendspielleitung: Sophie Charlotte Dittmer | Fotos: Volker Beushausen