CapturedBodies [in Arbeit] (2025)

 

Wir untersuchen das kreative Potential technischer Körpererweiterung und die Gefahr von Überwachung und Manipulation im InternetOfBodies. Wir forschen daran, wie sich das individuelle Bewegungsmaterial von vier Tänzer*innen ändert, wenn es durch technische Körpermodifikation gleichzeitig auch Klangmaterial wird und sich die klassische Grenze zwischen Choreographie und Komposition auflöst. Dafür nutzen wir einen selbst gebauten Motion Suit, der die Bewegungen von Tänzer*innen erfasst und die Daten an ein maschinelles Lernsystem sendet, das sie analysiert und daraus Klänge erzeugt. 

Das Projekt CapturedBodies unterteilt sich in mehrere Module. 2022 haben wir den Motion Suit und das ML/KI System im Rahmen eines Fellowships an der Akademie für Theater und Digitalität unter dem Titel MergingEntities entwickelt (Modul 1). 2023 erforschten wir das neue System im perfomativen Kontext, erarbeiteten Bewegungs- und Klangmaterial und entwickelten das Lichtkonzept, bei dem die Tänzer*innen durch ein LiDAR Laser Trackingsystem von Movingheads verfolgt werden und mit ihren Formation Lichtskulpturen im Raum entstehen lassen (Modul 2). Aus dem entwickelten Material soll 2025 ein Tanzstück entstehen, dass inhaltlich bei unserer letzten Arbeit „SystemFailed“ anknüpft und die Frage stellt, ob die zunehmende Digitalisierung mit der Erweiterung unserer Möglichkeiten und individuellen Fähigkeiten ein positiver Antrieb in der menschlichen Entwicklung, oder eine algorithmische Kontrolle darstellt und damit zwingende Architekturen manifestiert, in denen wir zwangsläufig zu normkonformen Subjekten werden (Modul 3).

Teaser

Team

Konzept: ArtesMobiles | Performance: Sharlan Adams, Howool Baek, Mad Kate , Hayato Yamaguchi | Regie, Choreografie, Kostüm: Nina Maria Stemberger | Komposition, Sounddesign: Birk Schmithüsen | Licht Design: Hans Leser | Programmierung: Daniel Dalfovo, Aaron Schwerdtfeger | Operator: Phil Hagen Jungschlaeger | Motion Suits: Felix Bonowski | kompositorische Begleitung: Bnaya Halperin-Kaddari | Produktion: ehrliche Arbeit - Kulturbüro_ Sandra Kloess | Produktionsassistenz: Isabella Jahns | Video Dokumentation: Alexander Hector | Unity Support: Elisabeth Scholz
Mentoring: Prof. Dr. Dirk Helbing, ETH Zürich

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Nina Maria Stemberger

ist Performancekünstlerin, Choreografin, Theater- und Tanzpädagogin. Sie ist Mitbegründerin der Performance-Gruppe ArtesMobiles. In ihrer Arbeit stellt sie sich immer wieder die Frage, wie Kunst im öffentlichen Raum ein integraler Bestandteil der Entwicklung von Zukunftsperspektiven sein kann und wie sie gestaltet werden kann.

weitere Projekte: SystemFailed, BehindWalls, SpeculativeAI, *JU.PI.TER*, MagicDrink, LaBodega, SquareLand

artesmobiles.art

Birk Schmithüsen

ist Medienkünstler und lebt in Leipzig. Seine Arbeiten werden international auf wichtigen Medienkunst Festivals in Frankreich, Holland, Österreich, Spanien und Deutschland gezeigt, darunter die re:publica, der Chaos Communication Congress, das Ars Electronica Festival und das ZKM. Birk Schmithüsen ist Mitbegründer von ArtesMobiles und Flashclash. Für die Zusammenarbeit mit den darstellenden Künsten produziert er interaktive, audiovisuelle Umgebungen mit generativem Sound Design, mehrkanal Ton, Licht Design, Video Projektions Mapping und Motion Tracking. Mit Hilfe der genannten Techniken entstehen immersive Szenerien, mit denen die Performer*innen interagieren und in die die Zuschauer*innen eintauchen können.

weitere Projekte: SystemFailed, BehindWalls, SpeculativeAI, *JU.PI.TER*, MagicDrink, LaBodega, SquareLand

birkschmithuesen.com

flashclash.de

soundcloud.com/birk-music

 

 

Hans Leser

ist Lichtdesigner, Lichttechniker, Effekthascher und Elektronikbastler. Neben der freiberufichen Tätigkeit als Lichttechniker im Theater- und Eventbereich seit 2006 Mitarbeit als Lichtdesigner für verschiedene Theaterproduktionen im HAU (Berlin), Ballhaus Naunynstraße (Berlin), Theater am Neumarkt (Zürich), Theaterdiscounter (Berlin), Volkstheater Wien, Maxim Gorki Theater Berlin. Er arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Patrick Wengenroth, Barbara Weber, Bruce LaBruce, Nurkan Erpulat, Hakan Savas Mican, Christiane Rösinger und den Gruppen Die Skills, CHEAP und Rimini Protokoll zusammen.

Sharlan Adams

Als Kanadierin der ersten Generation mit afro-karibischem Erbe waren Musik, Kultur und Ausdruck durch Bewegung schon in ihrem Elternhaus und während ihrer gesamten künstlerischen Laufbahn starke Säulen. Seit über 20 Jahren beschäftigt sie sich mit den darstellenden Künsten. Ihre Tanzstudien konzentrierten sich auf Ballett, Jazz, Stepptanz, zeitgenössischen Tanz, Hip-Hop, Dancehall und traditionellen westafrikanischen Tanz. Seitdem sie ihren Bachelor of Arts am George Brown College im kommerziellen Tanzprogramm erworben hat, arbeitete sie professionell als internationale Bewegungskünstlerin und Choreografin für Theater, Fernsehen/Film und Plattenfirmen gleichermaßen.

Ihre kreative Arbeit umfasste im Laufe ihrer Karriere viele verschiedene Bereiche wie Audioproduktion, Videoschnitt und Fotografie. Shar lebt jetzt in Berlin und freut sich darauf, ihre Reise fortzusetzen und als Choreografin und multidisziplinäre Performance-Künstlerin mitzuwirken und ihre Grenzen zu erweitern.

Theater - ( Volksbühne theater; ASFY production, Halle em Berghain; Codess prod. Harbourfront Theater; Gimme one riddim). Tv/Film (O2, Netflix, Nintendo, Ergo, Canon Camera, Mac Cosmetics).

Hayato Yamaguchi

Tanz und Maschinentraining

Hayato Yamaguchi ist ein Tänzer, Choreograf, Lehrer und Straßenkünstler, der in Tokio aufgewachsen ist. Sein Stil basiert auf Contemporary, Jazz, Ballett, Street Dance und Akrobatik. Nachdem er 2012 nach Deutschland kam, war er am Theater Bonn (Kati Farkas, Caroline Finn), Theater Dortmund (Michael Schmieder, Ricarda Regina Ludigkeit), Dance Compagnie Fredeweß (Hans Fredeweß), Deutsche Oper am Rhein (Karl Alfred Schreiner, Anna Holter), TANZ theater INTERNATIONAL 2015, Tanztheater Luxemburg (Jean-Guillaume Weis), Theatre Rites in London (Regie / Sue Buckmaster, Choreograph / Jamaal Burkmar), Tanzmoto dance company in Essen (Gastchoreograph / Royston Maldoom) etc. Seit März 2015 ist er ein potenzieller Künstler (Tänzer) des Cirque du Soleil.

https://hayatoyamaguchi.com/

Kathryn Fischer | Mad Kate

(er*sie) ist eine elektronische Produzent*in, Sounddesigner*in, Performancekünstler*in und Autor*in, die 2004 in der Berliner Performance- und Clubszene zu arbeiten begann und ihre einzigartige, identitätsstiftende, genderfucking und sexpositive performative Arbeit auf Musik, Theater und Film ausdehnte. Ihre Erforschung von Grenzen zwischen/innerhalb von Körpern und Berührung als politische Praxis führte sie in Theater, Kommunen, Technovillen, Gefängnisse, Kerker, besetzte Häuser und Galerien auf der ganzen Welt, oft mit ihrem Multimedia-Künstlerduo HYENAZ.

weitere Projekte: SystemFailed

Howool Baek

Die Choreografin Howool Baek hat ihre eigene Körpersprache auf Basis von einem Bewegungsmuster etabliert, das auf die einzigartigen gesichtslosen Körperausdrücke durch die subtilen Bewegungen jedes Körperteils beruht. Weiterhin eröffnet sie eine andersartige Perspektive auf Körper, anhand der Dekonstruktion sowie Transformation des Körpers. Durch das Zerbrechen der Klischeevorstellungen des Körpers ermöglicht sie den Zuschauer:innen, eine völlig neue Körpererfahrung zu sammeln und dabei eine andere Perspektive auf unsere heutige Gesellschaft zu erhalten. In letzter Zeit hat sie ihr Bühnenkonzept zum digitalen Raum hin erweitert und dabei neue künstlerische Experimente durchgeführt, ihre choreographische Methode auf die digitalen Bühne zu verpflanzen.

 

Daniel Dalfovo

Integration des maschinellen Lernens und der Tracking Logik im TouchDesigner

Daniel Dalfovo ist ein in Berlin lebender Medienkünstler. Nach seinem Studium an der Universität der Künste konzentrierte sich seine Arbeit auf die Überschneidung von Kunst, Technologie und Wissenschaft. Aus diesem interdisziplinären Genre entstand eine Reihe von Arbeiten und Kooperationen mit international renommierten Künstlern, Forschungseinrichtungen und Designstudios. Darüber hinaus unterrichtete Daniel Dalfovo an mehreren Universitäten, von Moskau und Shanghai bis Berlin.

https://danieldalfovo.de/

Elisabeth Scholz

Unterstützung bei einem "Unity"-Workshop

Elisabeth Scholz absolvierte ihr Bachelorstudium in Informatik und Medien an der Bauhaus-Universität Weimar. Während ihres Studiums fokussierte sie sich auf Interface Design, Robotik, AR & VR, 3D-Animation und Game Design. Anschließend arbeitete sie ein Jahr lang bei schnellebuntebilder an Projekten im Bereich Interaction Design.
Sie gab einen dreitägigen Workshop in Unity und Blender am Theater Dortmund. Dort arbeitete sie zusammen mit ArtesMobiles an einem Workflow, wie man Animationsclips, die mit einem Motion-Tracking-System aufgenommen wurden, zu einer Choreographie im dreidimensionalen Raum aneinanderreiht. Sie untersuchten auch, wie die Szene mit volumetrischem Licht beleuchtet werden kann.

https://www.elisabethscholz.de/

Phil Hagen Jungschlaeger

Phil Hagen Jungschlaeger ist ein Medieninformatiker, der an der Bauhaus Universität in Weimar studiert hat. Als Creative Coder und Visual Artist liegt sein Schwerpunkt auf der immersiven Erweiterung der Realität im Rahmen von Computerspielen, Raum Installationen und Performances. In seiner Arbeit verwendet er häufig shader-basierte Videoverarbeitung und spatialiserten Sound.

Seit 2020 arbeitet Phil Hagen Jungschlaeger für die Not A Number GmbH am Zentrum für immersive Medienkunst, Musik und Technologie in Leipzig. Hier entwickelt er ein 3D Sound Audioplugin. Außerdem erweitert er das Tarmac Festival seit 2021 mit dem Polynoiseon durch interaktive Visuals. Im Jahr 2022 hat Phil Hagen Jungschlaeger am Sound Ecology Projekt "If We Vanish" mit kinematografischen Beiträgen in Indien mitgewirkt. Derzeit lebt er in Berlin. Im interdisziplinären Künstler:innenkollektiv Latenter Raum ist er an Installationen für die Kunstbiennale Ortung 13 beteiligt. Zudem wirkt er im Künstler:innenkollektiv minus.eins an Produktionen wie "Lügen über a.l.i.c.e." mit den Berliner Symphoniker:innen und in "Hinter den Zimmern" am Schauspiel Köln in Theaterproduktionen mit.

Alexander Hector

studierte Film an der Kunsthochschule in Hamburg, wohnt in Berlin und arbeitet seit 12 Jahren als freier Filmemacher. Er arbeitet im Spiel- und Dokumentarfilmbereich und drehte unzählige Filme, Trailer und Dokumentationen in der schönen Welt des Theaters und Figurentheaters. Andere Projekte sind von der stilisierten Ästhetik der Bühne deutlich inspiriert.

weitere Projekte: SystemFailed, SquareLand, LaBodega, JU*PI*TER

alexanderhector.com

 

 

Isabella Jahns

schloss 2022 ihr Studium im Fach Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Universität Leipzig ab und ist im Bereich der PR- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Sie ist schon immer an Theater und kreativer Arbeit, sowie dem Prozess der Entstehens verschiedener Projekte und dem Zusammenspiel aller Mitwirkenden interessiert.

Weitere Projekte: SystemFailed

CapturedBodies (1. Modul - "MergingEntities") gefördert im Programm Kultur Digital der Kulturstiftung des Bundes

Entwickelt@AKADEMIE FÜR_THEATER_UND_DIGITALITÄT

"CapturedBodies:exploration" (2. Modul) gefördert von:

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